Jenacup 2014

Jenacup 2014, oder wie der Einheimische sagt „Jenäcöb“…

Georg und Thomas nehmen am Jenacup 2014 teil. Die Aktion dient in aller erster Linie dazu, dass ich mal sehe wie’s bei so einem Wettbewerb läuft…

ganz nebenbei beabsichtigen Tommy und Georg sich zur DM in der DoSi-Klasse zu qualifizieren.

Vorwort: Aus Gründen der Lesbarkeit und starker Abneigung verzichte ich auf feminine Endungen wie PilotInnen. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären, wer all das hier zu ernst nimmt und keinen Spaß versteht, der möge diese Seite sofort verlassen und sich in seinem Keller einsperren. Der Leser wird an mancher Stelle dieses Zeichen finden [*] die Bedeutung ist schlicht

„Es kotzt mich an“.


Das Tagebuch:

18.05.2014 „Anreise“

Nach einem stärkenden Weißwurstfrühstück bei Tommy haben wir uns in aller Herrgottsfrühe (11:30 loc) auf den Weg Richtung Flugplatz zum Abholen des Duos und dann direkt Richtung Osten gemacht. Kurz vor Hof (noch im Westen) wurde es immer dunkler (was keine Ossi-Wessi-Anspielung sein soll); das Wetter war einfach bescheiden. Angekommen sind wir in Jena bei leichtem Regen was

den Aufbau nicht sonderlich begünstigt hat. Dennoch stand das Unseld’sche Spa erstaunlich schnell. Einen ersten Freund lernten wir noch während des Aufbaus kennen, sein Name ist „Yellow“

ein echt netter Köter obschon Tommy und ich uns ziemlich sicher sind, dass er’s primär auf unsere Conchita Würste abgesehen hat. Apropos „Conchita Wurst“ noch auf der Anreise fiel mir beim

Blick auf den Fahrersitz die verblüffende Ähnlichkeit zwischen Tommys und Conchita Wursts Bart auf (der direkte Vergleich sei dem interessierten Leser überlassen; ich halt mich da raus aber da leg ich mich fest).

Resümee des Tages: Es war nasskalt.

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Conchitas Wellness-Spa

19.05.2014 „Freies Fliegen Teil 1“

Morgens kam bei mir zunächst etwas Ost-Nostalgie auf – ich wollte beim „Fleeesch’r“ Seidewürschd kaufen; leder waren die aber bereits um 10:30 ausverkauft, was mir die Wurstwarenfachverkäuferin

(sau langes Wort übrigens) mit leicht untersetztem Ton mitteilte (krumm, länglich, Lebensmittel, ausverkauft – da fallen einem doch tatsächlich… naja)

Meine Euphorie fürs Fliegen konnte noch nicht einmal durch Tommys permanenten Pessimismus gebremst werden. Dennoch kamen wir erst um 13:30 in die Luft [*].

Ganz ohne mein Zutun schleppte uns der nette Mann in dem uralten Flugzeug (eine „Wilgöö“) direkt in starkes Sinken. Der Grund wird wohl sein, dass ihm Tommy während des Aufrüstens eine Fläche

an die Rübe geschlagen hat. Zu guter Letzt gab es dann noch nen Anpfiff weil ich keine Ausklinkmeldung abgesetzt habe (ich wollte ja auch noch nicht ausklinken – das Schleppflugzeug drehte einfach scharf ab)

Der Flug war insgesamt echt schön. Ich bin mir sicher, dass sich Tommy den ein oder anderen Kniff und Trick abgeschaut hat…

Am späteren Nachmittag kam Georg an.

Resümee des Tages: Wienerle sind Bananen aus Fleisch und der frühe Vogel fliegt die Strecke.

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Jena aus der Luft

 

20.05.2014 „Freies Fliegen Teil 2“

Pessimismus addiert sich offensichtlich auf. Denn bereits während des Frühstücks wollten mir die Unselds klarmachen, dass das Wetter „nicht sooo prall aussieht“[*]. Ich für meinen Teil

kann das natürlich nicht akzeptieren. Blöderweise behielten die alten Hasen recht und der Tag war wirklich nicht besonders gut. Zwar kamen Thomas und ich vom Start gut weg

(der Schlepppilot hat sein Schädel-Hirn-Trauma wohl überwunden) aber so richtig ging’s nicht. Auf südlicher Route nach Hof machte es hinter uns zu und regnete. Wir umflogen die lokale Störung

westlich und turnten noch ein wenig um den Platz herum. Mir verschaffte dies die Möglichkeit ein wenig an meinen Kurbel-Skills zu arbeiten

(könnte durchaus sein, dass darin noch Optimierungspotential verborgen liegt).

Nach der Landung ging’s zum Einkaufen und anschließend wurde königlich gespeist (die Warenauslage im Supermarkt schien westlichen Standards zu genügen).

Für den Folgetag versprühten die Unselds noch ein wenig Pessimismus bezüglich der Wetterlage… vermutlich werden sie recht behalten.

Resümee des Tages: Thüringen von oben – blühende Landschaft soweit das Auge reicht (ist wirklich verdammt schön hier)

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Warten auf den Abflug

 

21.05.2014 „Trainingsflug von Georg und Tommy“

Dass die beiden alten Pessimismus-Schleudern das Wetter nicht „so prall“ finden ist mir heute egal. Ich muss mich ja heute nicht in den Duo bequemen. Vielmehr gilt mein gesamtes

Handeln den Tag über der Vermeidung eines Sonnenbrandes (hat nicht „so prall“ funktioniert [*]).

Und nun zum Geschehen: Morgens nahmen Tommy, Georg und ich am Briefing teil. Dann wurde unser Vogel startklar gemacht wobei noch Tommys maßloser Pfusch bei der Konstruktion

eines Stromanschlusses für die Wasserpumpe (Wasserballast) geradegebogen werden musste (hätte er das mal lieber einen Ingenieur machen lassen). Sei es drum, nach zermürbendem Warten

kamen die beiden Unseld-Buben in die Luft, was mir etwas Ruhe und Zeit zum Einkaufen verschafft hat.

Gegen Abend verstärkte Katrin die Unseldfraktion, mein Vorteil daran ist, dass die Sache mit dem Kochen damit in kompetentere Hände übergeht.

Das besondere „Schmankerl“ begann um 20:00, das (diesmal noch längere) große, alles umfassende, illuminierende, alle potentiellen Fragen beantwortende Briefing.

Natürlich darf bei einem solchen Event politische Beteiligung nicht fehlen [*]. Zu mindestens hatten Hochwürden recht als er sagte, dass die Region um Jena eine echte Perle sei.

 

22.05.2014 „1. Wertungstag“

Um es vorwegzunehmen ich bin in meinem eigenen Saft aufgewacht, schreibe diese Zeilen im eigenen Saft und werde trotz kalter Dusche im eigenen (dann schon) Siff einschlafen.

Das Tagesbriefing war ein klein wenig kürzer als das gestrige „große“ Briefing. Für die DoSi-Klasse gab’s einen Racing-Task um zwei Ecken und über 280 km. Wie meine einleitende Zeile

schon vermuten lässt war es blau und der Gradient eher klein. Es war klar, dass es eher zäh werden wird.

Letztendlich war es das auch…Georg und Tommy standen in der Startaufstellung an hinterster Position. Einzelne Wolken, welche sich noch kurz vorm Start der DoSi-Klasse gebildet hatten fielen vor Georg und Tommys Start in sich zusammen. Nach knappen 15 Minuten standen die Unselds wieder am Boden. Naja, „neue Runde neues Glück“ waren meine Worte beim erneuten Start. Ich hatte mich schon an das Füllen der Wasserkanister gemacht als ich per Funk von der erneuten Rückkehr von Georg und Tommy hörte. Der Grund diesmal war nicht, dass mich Tommy und Georg so sehr vermissten sondern eine unbequeme Begegnung mit einem Bussard (könnte aber auch ein Kondor gewesen sein). Wichtig dabei ist in erster Linie, dass den beiden und dann in zweiter Linie dem Duo nichts passiert ist.

Abends stellte Katrin ihre Kochkünste unter Beweis und zauberte damit allen Beteiligten (doch noch) ein Lächeln ins Gesicht.

 

23.05.2014 „2. Wertungstag“

Da der Tag neutralisiert wurde gibt es nicht viel zu erzählen…

24.05.2014 „3. Wertungstag“

Das Wetter macht unserem Hobby auch heute wieder einen Strich durch die Rechnung [*].

Alle Klassen wurden neutralisiert.

 

25.05.2014 „4. Wertungstag“

Obschon das Wetter heute früh weniger vielversprechend aussieht könnte es heute klappen.

Dieser augenscheinliche Eindruck wird beim Briefing bestätigt. Zwar ist mit teilweise großflächiger Abschirmung zu rechnen aber es sollte möglich sein alle Klassen

auf die Strecke zu schicken.

Die Aufholjagt beginnt… Nachdem kurz vor dem Start die B-Aufgabe (394,8 km Richtung Nord) aktiviert wurde sind Tommy und Georg „On the Road“.

Katrin und ich schlagen derweil die Zeit tot. Nebenbei bemerkt, da Tommy endlich in der Luft ist, ist das mein erster Urlaubstag.

Drei Stunden nachdem die Herren Katrin und mir den Abflug gemeldet haben begeben wir uns langsam Richtung Landebahn (länger sollte man schließlich für so’n Spazierflug nicht brauchen).

Allerdings hört sich die Lage im Funk nicht so rosig an. Jeder hereinkommende DoSi meldet sich ohne Zeit (musste also unterwegs den Motor anschmeißen).

Dennoch bleibt sie Spannung hoch schließlich sind Georg und Tommy noch unterwegs, man könnte also annehmen, dass die beiden einen längeren aber dafür thermisch besseren Weg gewählt haben.

Leider aber mussten die beiden aber doch den „Fuel to Noise“ Konverter starten.

Dass sie aber beide einen guten und laut Aussage beider einen sehr lehrreichen Flug hatten sah man ihnen heute an.

26.05.2014 „5. Wertungstag“

Heute rockt’s! bereits gegen halb zehn stehen die ersten Cumuli über dem Platz. Die Basishöhe steigt im Verlauf bis 12:00 loc auf circa 1800 MSL an. Die DoSis haben heute eine

AAT über mindestens drei Stunden und drei Sektoren zu fliegen. Um kurz nach zwei wird der Abflug für die Unselds freigegeben. Im Funk ist heute kaum etwas zu hören.

Erst nach knappen drei Stunden melden die beiden sich wieder auf der Wettbewerbsfrequenz. So richtig einschätzen können die beiden ihre Leistung nach der Landung nicht, daher heißt es

erst mal abwarten und lecker Essen. Beim Essen erfuhren wir dann vom ausgezeichneten zweiten Platz!

Da der Folgetag tiefdruckbedingt informell neutralisiert wurde, konnte dieses Tolle Ergebnis beim für heute Abend angesetzten Bergfest ausgiebig gefeiert werden.

27.05.2014 „6. Wertungstag“

Bis zu 50 Liter Regen pro Stunde und Quadratmeter… Meiner Ansicht nach kein Grund zu neutralisieren, man könnte ja zumindest darum Buhlen, wer nach dem F-Schlepp noch zurück zum Platz

kommt. Jedenfalls Neutralisation. Aus diesem Grund steht heute der Besuch eines der dunkelsten Orte deutscher Geschichte auf dem Plan – wir besichtigen die Gedenkstätte Buchenwald

bei Weimar.

Es wäre unpassend hier näheres über unsere Eindrücke des Nachmittags zu schreiben. Aber eins ist klar, unser Schweigen ist nicht dem Wetter geschuldet.

 

28.05.2014 „7. Wertungstag“

Da das Wetter unverändert ist haben wir uns heute entschlossen in eine Therme zu fahren.

 

29.05.2014 „8. Wertungstag“

Kurz um: Neutralisation. Außerdem muss ich heute studienbedingt ohnehin abreisen. Zudem reist Dörte heute an. Tommy a.k.a. Conchita Wurst ist den ganzen Tag schon niedergeschlagen. Meiner bescheidenen Ansicht nach liegt das nicht am Wetter sondern am Gedanken morgen früh neben Dörte und nicht neben mir aufwachen zu dürfen.

Für mich endet der Jenacup mit einer atemberaubenden Zugfahrt nach Ulm (meine ich ernst! Im ICE lief die Kloake über [*])

Nebenbei bemerkt, die folgenden zwei Tage gebe ich aus der Schilderung von Conchita wieder.

 

29.05.2014 „9. Wertungstag“

Heute konnte – nicht weil ich abreisen musste sondern weil das Wetter es zuließ – geflogen werden.
Für die DoDi-Klasse gab es eine AAT über mindestens 275 km.
Die Unselds hatten heute einen ihrer schlechteren Tage und landeten in der Tageswertung auf
Platz 25.

 

30.05.2014 „10. Wertungstag“

Heute gab es für die Unselds einen Racing Task über die Strecke von 351,5 km bis nach Bad Kissingen.
Das Tagesergebnis trägt heute mal wieder Zeugnis von den fliegerischen Fähigkeiten der beiden, denn am Ende waren sie wieder zu zweit zweiter.

 


 

Fazit des Wettbewerbs:

In unserem UT saßen bei diesem Wettbewerb zusammen über 8000 Stunden Flugerfahrung, dennoch sind Georg und Tommy sich einig,
dass sie wieder einmal viel dazugelernt haben. Unter dem Strich kann ich – als Schreiberling vom Boden aus – sagen, dass
das Ergebnis die Fähigkeit beider nicht vollständig wiedergibt.

Wenn man aber behaupten kann, zufrieden zu sein, dazugelernt zu haben und nebst alle dem ein schönes Elebnis und viel Spaß gehabt zu haben,
dann war der Jenacup 2014 wohl ein guter Wettbewerb.

Anmerkung von Georg und Thomas (der Verfasser dieser Streitschrift distanziert sich vehement):
Wir hatten ein sehr gutes Team am Boden und bedanken uns aufs herzlichste bei Katrin und Stefan. Es hat viel Spaß mit euch gemacht.